Posts Tagged With: Westaustralien

Das ultimative australische Miniwoerterbuch

Australien- der blosse Klang des Namens des kleinsten Kontinents verheisst Abenteuer, Eroberung und einen Hauch von Gefahr.
Doch wo sich weisse Haie, toedliche Quallenkontakte und Red Back Spiders (Australische Schwarze Witwen) mit ihrem laehmenden Gift irgendwie umgehen lassen, erweist sich ein bestimmter Aspekt des Lebens in Australien schnell als unvermeidlich. Sowie als herausfordernder, als jemals antizipiert werden konnte. Denn wenn es um den sprachlichen Kontakt mit den Einheimischen, von denen uebrigens nicht alle surfen und die meisten hartarbeitende Buromenschen sind, geht, kann es schnell zum kompletten Chaos bzw.zur schieren haareraufenden Verzweiflung kommen.

Durch jahrelanges Englisch sprechen mit Europaern und dem ein oder anderen Ami, sowie konsequenter und kontinuierlicher Comedyserie-in- Originalversion-Rezeption, fuehlte ich mich im letzten September mehr als gewappnet, dem Abenteuer Australien aus sprachlicher Perspektive stolz entgegenzutreten.

Schnell lernte ich jedoch: Englisch und Australisches Englisch sind so vereinbar und koehaert wie Ketchup und Kuchen.
Damit den angehenden Australienerkunder nicht das gleiche Schicksal ereile (und besondere Vorsicht lasse der Westaustralienbesucher bitte walten! Gefahr Megaslang voraus) -hier das

Ultimative Miniwoerterbuch Deutsch- Australisch:

Arvo- Nachmittag
Bloke – Mann
Brekky- Fruehstueck
Maaaate- Freund, Kumpel, Typ (eine etwas elegantere Version des deutschen” Alter”)
Sheila- Frau
Roos- Kaenguruhs
Good on you mate- Gut gemacht
Catch ya later- bis spaeter
No Worries- Kein Problem (in ungefaehr jedem Satz gefuehlte zwei Mal verwendet)
No dramas- Kein Problem

Lets get pissed- Nein, nicht das…Sondern: Lass uns saufen

“Eey Mate, lets get brekky with your Sheila and lets get pissed in the arvo”- Dieser Satz sollte nun klar dechiffrierbar sein. Oder:)? Hats geklappt?  Und habt ihr vielleicht noch mehr merkwuerdige typisch australische Woerter auf Lager? Lasst es mich wissen.

Bis dahin- catch ya later mate!

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Typisch westaustralisch ?!

Nach mittlerweile acht Monaten in diesem riesigen Staat, der sechsmal die Flaeche Deutschlands umfasst, ist mir doch so Einiges an Charakteristika aufgefallen, die den stereotyp gezeichneten Europaer vom (West)Australier unterscheidet. Ich waehle hier bewusst die Bezeichnung “Europaer”, denn je weiter weg ich von zu Hause bin, umso staerker fange ich damit an, meine kulturelle Identitaet  vom gesamten europaeischen Kontinent abzuleiten – trotz seiner offensichtlichen und wunderbaren Vielfalt und faszinierenden Unterschiedlichkeit.

Denn der typische “Aussie” ,wie sich die Australier hier gerne selbst nennen, ist  meiner Erfahrung nach von einem ganz anderen Schlag. Ja, unabhaengig davon, dass vor ein oder zwei Jahrhunderten Uropa irischer Farmer oder Uroma britischer Haeftling an den australischen Kuesten eintrudelten – zumindest hier in Westaustralien wird die Mentalitaet teilweise von deutlich anderen Werten dominiert als in “Good old Europe”. Bleiben wir diesem kleinen Post zuliebe dem Schubladendenken treu, so sind folgende Aspekte quasi unleugbare Fakten bezueglich der westaustralischen Mentalitaet und Lebensweise:

  • FREUNDLICHKEIT IM ALLTAGSLEBEN: JA, die Aussies sind normalerweise saufreundlich. JA, auch Busfahrer\ Wurstverkaeufer| Mitarbeiter im oeffentlichen Dienst. Es mag wie aus einem Bilderbuch klingen, aber eine Busfahrt laeuft hier tatsaechlich so ab, dass derBusfahrer einen freundlich begruesst, und – erwartungsfroher Trommelschlag- sogar ANLAECHELT, wenn man einsteigt. Beim Aussteigen bedankt sich der Durchschnittsaussie wiederum freundlich beimBusfahrer mit einem enthusiastisch durch den Bus getraellerten ” THANKS MAATE” (Zur Bedeutung des ungemein wichtigen Wortes Mate im australischen Sprachgebrauch komme ich an spaeterer Stelle).
  • AUSNAHMEN hiervon: nach 20 Uhr sollte man in bestimmten von trinklustigen Mitmenschen frequentierten Vierteln Vorsicht walten lassen. Die Trinkfestigkeit der Westaustralier sucht ihresgleichen und fuehrt nicht selten zu gewaltgepraegten Auseinandersetzungen- was erklaert, wieso man in wirklich jeder Bar am Eingang seinen Pass praesentieren muss.Und wieso einige Clubs sogar den Pass scannen lassen, Mitarbeiter Fingerabdruecke nehmen (es lebe die Freiheit) oder ein huebsches kleines Foto vom Gast anfertigen lassen.Yeah, yeah, nichts fuer schwache Nerven hier;)
  • HUMOR: die Westaustralier necken gerne und habens ganz besonders mit der Schadenfreude. Also bloss nichts zu ernst nehmen, wahrscheinlich ist der Inhalt des Gesagten nicht wortwoertlich  gemeint. (Braucht Training, ich finde mich noch allzu oft mit ratlosem Gesichtsausdruck einem lachenden Aussie gegenueber. What was that?)
  • FIFO- Phaenomen: Maaate, daueber koennte ich ganze Buecher schreiben. FIFO steht fuer “Fly in, fly out”,oder auf gut deutsch “Ein- und ausfliegen”. Dir geht noch kein Licht auf? Macht nichts, das kommt gleich. Western Australia ist der reichste Staat Australiens, und einen Grossteil des Reichtums hat der groesste der sechs australischen Staaten der Bergbauindustrie zu verdanken. Die Abbaugebiete liegen in den unwirtlichen, riesigen Wuestenteilen Westaustraliens sowie in Queensland und beschaeftigen zigtausende Arbeiter, die in bestimmten Schichtsystemen dort ackern.
  • Work- Life- Balance? Nicht wirklich entscheidend bei Arbeitszeiten von meist um die zwoelf Stunden taeglich ( Wochenende gibts in der Industrie nicht) und Schichten, bei denen nicht wenige Arbeiter vier Wochen am Stueck schuften, um dann eine Woche frei zu haben. Fuer die Gesundheit bekoemmlicher sind Schichten wie “8 and 6” -acht Tage “up north”, in den Wuestengebieten im Norden Westaustraliens, sechs Tage frei und zu Hause. Die Unternehmen lassen die Arbeiter ein- und wiederausfliegen, Die Geldbetraege, die in den “Mines” verdient werden, sind fuer europaeisch staemmige Menschlein wie mich schier unglaublich: um die 4000 Dollar monatlich kann eine Reinigungskraft hier verdienen, gut qualifizierte Facharbeiter verdienen schonmal um die 15000 Dollar im Monat.

Naechstes Mal folgen weitere Schlussfolgerungen meiner bisherigen Westaustralienerfahrung: warum Australier auf M+Ms stehen, was es mit der Surfmentalitaet wirklich auf sich hat und was zum Teufel AFL ist. Sowie natuerlich die Frage, wie es um das Verhaeltnis zwischen Aboriginals und den Restaussies steht, und wie  Sportverruecktheit und Uebergewichtsneigung auf westaustralisch  zueinander passen.

Wart ihr schonmal in Westaustralien, oder habt ihr bis jetzt ueberhaupt schonmal etwas bezueglich dieses Staates gehoert? (Nur keine Scheu, bevor ich nach Perth zog, wusste ich kaum, dass diese Stadt ueberhaupt existiert;))

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Westaustraliens Zauberstunde

Sonnenuntergang in der australischen Stadt, die nach dem spanischen Schriftsteller Miguel de Cervantes benannt wurdeBarking Frank Valentine- In the town where I live

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